Resilienzmanagement – mehr als Risiken und Krisen managen!

Aktualisiert: 12. Okt.

In Gesprächen über organisationale Resilienz hören wir bisweilen, Resilienzmanagement sei lediglich ein neues Label für Risiko- oder Krisenmanagement. Zweifelsohne baut Resilienzmanagement wesentlich auf bestehenden Risiko- und Krisenmanagementaktivitäten auf. Es ist jedoch einerseits fokussierter, weil es sich auf schwerwiegende Ereignisse und Entwicklungen konzentriert. Und es ist andererseits auch mehr und anders angelegt als das Management von schwerwiegenden Risiken.


Ausgangspunkt des Resilienzmanagements sollte es sein, zunächst Transparenz über essenzielle Funktionalitäten, Prozesse und Ressourcen herzustellen. Dies ermöglicht zum einen eine Spiegelung an schwerwiegenden Ereignissen und Entwicklungen, etwa über eine Resilienzmatrix als Bestandteil des Toolsets der Corporate Resilience Academy. So wird die Transparenz über potenziell bestandsgefährdende Wirkungszusammenhänge verbessert. Zum anderen fördert es auch die Vorsorge gegen Auswirkungen der sogenannten Unknown Unknowns durch Maßnahmen, die nicht an spezifischen Risiken ansetzen, sondern z.B. über Redundanzen eine unspezifische Risikovorsorge treffen.


Diese Herangehensweise ermöglicht auch einen fokussierteren Einsatz von Maßnahmen des Risikomanagements zur Reduzierung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und von potenziellen Schadenausmaßen, falls sich Risiken doch materialisieren. Präventives Risikomanagement und Krisenmanagement werden besser verzahnt.


Resilienzmanagement ist anders als Risikomanagement stark auf die Fähigkeiten des Unternehmens ausgerichtet, die erforderlich sind, um organisationale Resilienz zu erreichen und das Unternehmen in die Lage zu versetzen, schwerwiegende Ereignisse und Entwicklungen zu antizipieren, zu bewältigen und sich so anzupassen, dass es gestärkt daraus hervorgeht.


Die systematische Gewinnung von neuen Fähigkeiten und Wettbewerbsvorteilen aus der Bewältigung derartiger Situationen zeichnet besonders resiliente Unternehmen aus. Nur wenige Unternehmen haben einen Reifegrad organisationaler Resilienz erreicht, an dem sie diese ‚Königsdisziplin‘ des Resilienzmanagements souverän beherrschen. Dies gilt es, systematisch zu entwickeln.